Am Abend des 04. Juli trafen sich alle Gemeindevorsteher des Kirchenbezirks Tuttlingen und ihre Frauen sowie einige Kinder zu einer gemeinsamen Andacht in der Wallfahrtskapelle "Maria im Stein" bei Überlingen. Die Kapelle, welche ehrenamtlich von einer Familie aus der Umgebung gepflegt wird, ist ein Ort der Ruhe und Besinnung inmitten von Felsen und Wald.
Vom Parkplatz wanderten die Geschwister einen kleinen Pfad hinunter in den Aachtobel, vorbei an einer plätschernden Trinkwasserquelle, bis hin zu der unscheinbaren Wallfahrtskapelle "Maria im Stein". Evangelist Hübner begrüßte alle Teilnehmenden und freute sich, dass so viele seiner Einladung zur gemeinsamen Andacht gefolgt waren. Nach einem Gebet und einem gemeinsamen Lied erläuterte der Bezirksvorsteher sein Ansinnen im Hinblick auf den bevorstehenden Entschlafenengottesdienst am Sonntag. Natürlich denke man hier und da an die Verstorbenen und bete für sie, aber mit dieser Andacht böte sich die Gelegenheit, im Stress der Woche zur Ruhe zu kommen.
Priester Strittmatter, Vorsteher der Gemeinde Stockach, erzählte dann die Geschichte des über 500 Jahre alten Wallfahrtsortes:
Einer Legende zufolge erblickte an diesem Ort Alberto von Bodman das erste Mal seine Heimatburg, nachdem er erfolgreich aus der Jahre andauernden türkischen Gefangenschaft fliehen konnte. Getreu seinem Gelöbnis der Mutter Gottes gegenüber, erbaute er hier eine Kirche. Die Kirche lehnt direkt an den Fels, eine Marienstatue steht geschützt in einer in den Stein gehauenen Ausbuchtung.
Nach einem weiteren gemeinsamen Lied gab Bezirksältester Knop einen Impuls zum Nachdenken mit einer kleinen Geschichte:
Diese handelte von einem Baum, der am Jahresende sehr an seinen Blättern hängt und Angst davor hat, diese fallen zu lassen. Erst nachdem ihm fast die Lebenskraft ausgeht, bemerkt er, wie wohltuend es ist, die alten Blätter abzuwerfen und Platz für die neuen Blätter im Frühling zu schaffen.
Nach einer Gedenkminute, mit stillem Gebet, endete die Andacht mit einem gemeinsamen Gebet und die Geschwister begaben sich auf den Weg zurück zum Parkplatz. Den Abschluss fand der Abend in einem nahegelegenen Hofgut, wo sich alle an gutem Essen und schönen Gesprächen in der Gemeinschaft stärken konnten.