Die Kirchengemeinden in Stockach veranstalteten gemeinsam die Ökumenische FriedenDekade 2023, die unter dem Motto "sicher nicht - oder?" stand. Im Zeitraum vom 9. bis 22. November fanden fast an jedem Abend Veranstaltungen statt.
In Stockach findet die FriedensDekade ihren Auftakt mit der Gedenkfeier zur Reichspogromnacht, welche von der Katholischen Seelsorgeeinheit, der Evangelischen Kirchengemeinde, der Neuapostolischen Gemeinde, der Freien Christengemeinde und der Freien Evangelischen Gemeinde zusammen mit der Stadt Stockach veranstaltet wurde.
In der Gedenkfeier anlässlich der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 berichtete Julian Windmöller, Leiter des Stadtmuseums und Stadtarchivs, aus der damaligen Zeit und konkret aus dem Leben der Familie Rothschild. Die Feier fand an den Stolpersteinen beim Amtsgericht statt. Dort war Alfred Rothschild zur damaligen Zeit Notar. Allen Vertretern der Konfessionen war es wichtig, dass so etwas nicht mehr passieren darf: "Die aktuellen Ereignisse mahnen zur Verantwortung für den Erhalt von Freiheit und Demokratie, Minderheiten zu schützen und sich für eine friedliche Welt einzusetzen".
In der Reihe der Veranstaltungen der FriedensDekade fand am Montag, den 13. November, eine Friedensandacht in der Neuapostolischen Kirche statt. Sie stand unter dem Bibelwort aus Jesaja 32, 17:
"Und der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein, und der Ertrag der Gerechtigkeit wird Ruhe und Sicherheit sein auf ewig."
Unter der Leitung von Gemeindevorsteher Priester Stephan Strittmatter kamen folgende Punkte in der Andacht zum Ausdruck:
Für Jesus war die Liebe zu Gott und zum Nächsten das höchste Gebot (Markus 12:29-31). Liebe bedeutet Mitgefühl, Barmherzigkeit und praktische Hilfe für Bedürftige, die oft über die bloße Einhaltung von Gesetzen und Regeln hinausgehen. Jesus brach mit sozialen Konventionen, indem er mit Ausgestoßenen und Randgruppen der Gesellschaft Gemeinschaft pflegte. Er lehrte, dass Gottes Liebe und Erbarmen allen Menschen gilt, unabhängig von sozialem Status, Nationalität oder Sünde.
In der Bergpredigt (Matthäus 5-7) stellt Jesus die innere Haltung über die äußere Gesetzeserfüllung. Echtes gerechtes Verhalten fließt aus einem Herzen, das von Liebe und Demut geprägt ist, nicht aus dem Wunsch, gesetzliche Vorschriften und Normen zu erfüllen oder menschliche Anerkennung zu erlangen.
Jesus betonte die Bedeutung von Vergebung und Versöhnung. Er lehrte, dass Menschen bereit sein sollten, anderen zu vergeben, wie auch sie Vergebung von Gott empfangen (Matthäus 6:14-15).
Das Gebet des heiligen Franziskus war Bestandteil der Andacht und wurde von Schwester Karin Schneider und Diakon Patrick Framke vorgetragen.
Umrahmt wurde die Andacht durch den Chor der Gemeinde unter der Leitung von Heike Strittmatter.
Im Oktober 1992 beschloss die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), gemeinsam mit der Trägergruppe Ökumenische FriedensDekade, für Gerechtigkeit und Frieden ein „Gesprächsforum“ zu bilden. Dieses hat die Aufgabe, jedes Jahr ein gemeinsames, biblisch orientiertes Thema und einen Plakatentwurf für die „Ökumenische FriedensDekade“ festzulegen.
https://www.friedensdekade.de/
In Stockach wird die FriedensDekade von der Katholischen Seelsorgeeinheit, der Evangelischen Kirchengemeinde, der Neuapostolischen Gemeinde, der Freien Christengemeinde und der Freien Evangelischen Gemeinde veranstaltet.