Die Kirchengemeinde Tuttllingen konnte bei frostigen Temperaturen und dank der durch die ausführende Baufirma pünktlich fertiggestellten Bodenplatte am 12.01.2024 ein Fest mit Seltenheitswert feiern: Die feierliche Grundsteinlegung zum Bau einer neuen Kirche der neuapostolischen Kirche. Eingeladen waren Herr Oberbürgermeister Michael Beck (Stadt Tuttlingen), Dipl. Ing. Michael Muffler (Architekt), Pfarrerin Philine Blum (evangelische Stadtkirche Tuttlingen), sowie alle Stadträte der Stadt Tuttlingen, Anwohner und Interessierte. Apostel Martin Schnaufer musste leider krankheitsbedingt absagen, er wurde daher von Bezirksvorsteher Jochen Hübner vertreten.
Einführend begrüßte der Gemeindevorsteher, Evangelist Dittus, alle Anwesenden mit einem Baustellenschild und dem Aufdruck "Betreten der Baustelle erwünscht". Er hieß alle mit diesen Worten ausdrücklich willkommen und teilte seine Freude mit, was für ein besonderes Projekt für eine Kirchengemeinde ein Kirchenneubau darstellt und dass das wohl für die meisten Teilnehmer etwas einmaliges ist.
Nachdem der Gemeindechor das extra für diesen Anlass eingeübte Lied “Erbaut auf ew’gem Grunde” vorgetragen hatte, waren Grußworte der Ehrengäste zu hören.
Herr Oberbürgermeister Michael Beck sagte eingangs “Wenn eine christliche Kirche heutzutage eine Grundsteinlegung macht, muss ich dabei sein!" In der heutigen pluralen Gesellschaft seien wir eher damit beschäftigt, Nachfolgenutzungen für Kirchgengebäude zu finden. Daher freue es ihn sehr, dass an dieser Stelle ein Kirchenneubau entsteht, welcher über einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben und vom renommierten Tuttlinger Architekturbüro Muffler gewonnen wurde. Er beglückwünschte die Kirchengemeinde und gab zu verstehen, dass in den vergangenen, von der Pandemie dominierten Jahren, wohl allen bewusst wurde, wie wichtig Begegnung ist. Daher freue er sich mit der Gemeinde, dass sie mit diesem Bau einen neuen Ort der Begegnung erhalte. Dies sei eine Investition für uns, für die Kinder und für den christlichen Glauben.
Architekt Michael Muffler erläuterte in seinen Grußworten die Idee, die Ihn zu diesem Entwurf inspiriert hatte und erklärte, dass der Neubau mit nachhaltigen und wertigen Baustoffen hergestellt werden wird. Siebzig Zentimeter dickes Ziegelmauerwerk, Holzfenster und Natursteinboden seien nur einige Teile aus diesem Konzept. Er freue sich sehr und bedankte sich für die verständnisvolle, ruhige und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber, mit der Stadt Tuttlingen und der ausführenden Baufirma Andris aus Tuttlingen.
Frau Pfarrerin Blum bedankte sich für die Einladung und einen ersten Kontakt mit der Neuapostolischen Kirche. Nachdem sie die Grüße der anderen christlichen Kirchen in Tuttlingen übermittelt hatte, berichtete sie, dass ein Kollege ihr gegenüber äußerte, nachdem er von der Grundsteinlegung erfahren hatte: "Krass! Da hat man Grund sich zu freuen und festliche Reden zu führen!” Dem stimmte die Pfarrerin zu und stellte fest, dass die segnende Kraft Gottes, um die wir für alles bevorstehende beten, uns erfüllt, Leben und Gemeinschaft schenkt und hilft, zwischenmenschliche Barrieren zu überwinden. Pfarrerin Blum überbrachte eine Broschüre mit abgedruckten Gedanken der Pfarrer aus dem Umland und einen “katholischen Honig” aus dem Kloster Beuron als Geschenke zu diesem schönen Anlass.
Abschließend richtete auch unser Bezirksvorsteher, Bezirksevangelist Hübner, einige Worte an die Teilnehmer. Er teilte seine Dankbarkeit mit und verband damit die Wünsche, dass die neue Kirche offen für Dialoge und alle Arten von Menschen sein solle, dass Sie Heimat für die Kinder werden möge, offen für Musik und Ruhe, für Trauer und Freude, Hochzeiten und die ganze Vielfalt, die ein Raum nur bringen kann. Er zitierte dabei Worte des Apostel Paulus, der auf den in Jesus Christus gelegten Grund hinweist. So sei der Grundstein für den Bau dieses Gebäudes, Jesus Christus in den Mittelpunkt zu stellen - egal, was wir in diesem Gebäude tun werden. Seine Grußworte schloss Bezirksevangelist Hübner mit einem Gebet, in dem er Gott Dank darbrachte und für den Bau um Segen und Frieden betete. Er gedachte im Gebet aber auch derer, die aufgrund verschiedener Umstände keine Kirche haben oder keine Kirche mehr haben.
Bei einer Grundsteinlegung wird meist eine Zeitkapsel in eine dafür vorgesehene Aussparung eingebaut. Diese Kapsel beinhaltet Dokumente der Zeit, in der das Gebäude erbaut wurde. Als Ort wurde ein Platz direkt nach der künftigen Türschwelle gewählt, dieser Ort ist nicht nur Eingangsbereich des künftigen Neubaus, sondern auch sehr nah an der Stelle, an welcher im alten Kirchengebäude der Altar gestanden war.
Nach dem Liedbeitrag der Kinder “Gott baut ein Haus” wurde den Teilnehmern der Inhalt dieser Zeitkapsel aufgezeigt:
Unter tatkräftiger Arbeit von Oberbürgermeister Beck, Architekt Muffler, Evangelist Dittus, Bezirksevangelist Hübner, Stephan Pfäffle und Marcello Raff von der Abteilung Bau/Unterhalt der Neuapostolischen Kiche Süddeutschland, sowie der Fachkenntnis von Herrn Marius Andris, wurde die Zeitkapsel in die dafür vorgesehene Aussparung eingelassen und mit Frischbeton verschlossen.
Hiernach drückten die Kinder ihre Hände in den noch flüssigen Beton. Der Handabdruck diente als Zeichen, dass diese Kirche auch und vor allem für die künftigen Generationen gebaut wird.
Zum feierlichen Ausklang des offizellen Teils stimmten alle Teilnehmenden gemeinsam unter Begleitung der Trompete das Lied "Lobe den Herren, den mächtigen König" an.
Für das leibliche Wohl wurde ebenfalls gesorgt: Das Küchen-Team der Gemeinde hatte für alle Teilnehmer Krautschupfnudeln, Fleischkäsebrötchen und Butterbrezeln vorbereitet. Zusammen mit Glühpunsch, Glühwein und den kalten Temperaturen entstand also eine sog. "Grundsteinlegung mit Weihnachtsmarktatmosphäre" (OB Beck). So konnten alle sich aufwärmen, gemeinsame Zeit verbringen, sich austauschen und die ausgehängten Banner studieren.
Als Dankeschön und zum Abschied bekamen alle Teilnehmenden eine Grußkarte und Schokolade mit der Aufschrift “Schön, dass DU da warst”
Lesen Sie hierzu auch:
Artikel in der Tuttlinger Tageszeitung "Gränzbote" vom 17.01.2024
Die Kirchengemeinde hält außerdem auf ihrem Instagram-Kanal über den Naubau auf dem laufenden: