Am Samstag, den 9. November 2024, fand in Stockach eine ökumenische Gedenkfeier anlässlich der Reichspogromnacht statt. Rund 60 Menschen versammelten sich um 17:00 Uhr an den Stolpersteinen in der Hauptstraße 8, um gemeinsam der Opfer des 9. November 1938 zu gedenken. Die Veranstaltung wurde von der katholischen Seelsorgeeinheit, der evangelischen Kirchengemeinde, der Neuapostolischen Kirche, der Freien Christengemeinde und der Freien Evangelischen Gemeinde organisiert.
Julian Windmöller, Leiter des Stadtmuseums und Stadtarchivs, berichtete eindrucksvoll aus dem Leben der jüdischen Familie Weil, die einst in Stockach lebte. Die persönlichen Geschichten der Familie Weil verdeutlichten das menschliche Leid, das diese dunkle Zeit der deutschen Geschichte mit sich brachte, und ließen die Anwesenden tief betroffen innehalten.
Musikalische Beiträge des Posaunenchors und gemeinsamer Gesang schufen eine würdevolle Atmosphäre des Gedenkens. Die Gedenkfeier wurde von Vertretern der verschiedenen Kirchengemeinden geleitet, die durch Redebeiträge und Gebete zur Reflexion anregten.
Die beteiligten Gemeinden setzten mit dieser Feier ein Zeichen: Für Frieden, für Toleranz und für ein gemeinsames Miteinander ohne Ausgrenzung und Hass. Die Gedenkfeier erinnerte daran, dass alle die Pflicht haben, das Andenken zu bewahren und sich aktiv für eine Gesellschaft einzusetzen, in der Diskriminierung keinen Platz hat.
Die Teilnehmenden brachten Kerzen mit und setzten gemeinsam ein sichtbares Zeichen des Gedenkens.