Am Mittwoch, dem 26. August 2026, feierte Apostel Martin Schnaufer einen Gottesdienst in der Gemeinde Konstanz. Neben einer Predigt über Gottes Treue gab es eine Ordination und eine wichtige Nachricht zum Konstanzer Kirchengebäude.
Das Bibelwort des Gottesdienstes stammt aus Psalm 73,23–24:
„Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.“
In seiner Predigt griff der Apostel die Glaubenskrise des Psalmdichters Asaf auf. Asaf sah, dass es Menschen, denen Gott gleichgültig war, scheinbar gut ging und dass sie unbeschwert lebten. Zugleich fragte er sich, ob sein eigener Glaube und sein Bemühen um ein Leben nach Gottes Willen vergeblich gewesen seien.
Apostel Schnaufer machte deutlich: Nicht jede Lebenssituation lässt sich erklären. Der Glaube sollte deshalb nicht von günstigen Umständen oder menschlichen Berechnungen abhängen. Eine Krise kann sogar eine Chance sein, das eigene Verhältnis zu Gott neu zu betrachten. Asaf erkannte schließlich, dass seine Verbindung zu Gott nicht auf seiner Leistung beruht. Gott bleibt dem Menschen nahe und hält ihn fest, auch wenn er Gottes Handeln nicht versteht.
Das „Dennoch bleibe ich stets an dir“ ist daher mehr als ein Bekenntnis des Menschen. Darin steckt zugleich eine Zusage Gottes: „Ganz gleich, was du erlebst, dennoch bleibe ich stets bei dir.“
Einander mit Ehren annehmen
Am Bild des verlorenen Sohnes zeigte der Apostel, dass Gott den Menschen annimmt und auf seine Rückkehr wartet. Daraus folgt auch ein Auftrag für das Miteinander: andere nicht vorschnell nach ihren Lebensumständen zu beurteilen. Niemand weiß, welche Lasten ein anderer trägt. Die Gemeinde kann ein geistliches Zuhause sein, in dem Menschen füreinander beten, einander verstehen und sich gegenseitig helfen.
Zum Schluss rief Apostel Schnaufer dazu auf, die Mitmenschen ebenfalls „mit Ehren“ anzunehmen: ihnen zur Seite zu stehen, ohne zuerst Erklärungen zu verlangen, und sie weiterhin wertzuschätzen.
Ordination von Miriam Braun
Im Verlauf des Gottesdienstes ordinierte der Apostel Diakonin Miriam Braun in das Priesteramt. Er erinnerte daran, dass geistliches Wirken aus der Verbindung zu Jesus Christus und durch die Kraft des Heiligen Geistes möglich wird. Der neuen Priesterin wünschte er Freude und Gottes Segen für ihre Aufgaben.
Neubau der Kirche in Konstanz
Nach dem Gottesdienst informierte Apostel Schnaufer die Gemeinde über die Zukunft des Konstanzer Kirchengebäudes. Seit Ende Mai 2026 finden die Gottesdienste im Foyer statt, weil die Decke des Kirchenschiffs als einsturzgefährdet gilt.
Die Baukommission der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland hat entschieden, das bestehende Gebäude abzureißen und an gleicher Stelle eine neue Kirche zu errichten. Die Bauzeit wird auf rund drei Jahre veranschlagt. Zurzeit wird ein geeignetes Ausweichlokal gesucht, in dem die Gemeinde während dieser Zeit ihre Gottesdienste feiern kann.